Anständige Ehefrauen benehmen sich nicht so“, schrie mein Mann — also packte ich meine Sachen und fuhr nicht für drei Tage, sondern für zwei Wochen ans Meer

„Anständige Ehefrauen benehmen sich nicht so!“, rief Sergej und stellte seine Bierflasche so hart auf den Tisch, dass ich zusammenzuckte.

Ich hatte ihm gerade gesagt, dass ich für drei Tage in ein Sanatorium fahren wollte. Nur drei Tage. Kein Monat, keine Weltreise, kein neues Leben ohne ihn. Drei Tage Ruhe, ein Bett, in dem niemand etwas von mir verlangte, und Mahlzeiten, die ich nicht selbst kochen musste.

Bis zu diesem Abend war ich einfach nur erschöpft gewesen. Nicht müde nach einer schweren Woche, sondern so leer, dass ich morgens die Augen öffnete und sofort dachte: „Gott, ich muss schon wieder durch all das hindurch.“

Von außen sah mein Leben ganz normal aus. Eine gewöhnliche Arbeit als Handelsvertreterin in einer kleinen Firma. Eine gewöhnliche Wohnung am Stadtrand. Eine gewöhnliche Familie.

Nur drückte mich diese Gewöhnlichkeit jeden Tag ein bisschen tiefer nach unten.

Ich verstand nicht, warum ich so müde war. Ich arbeitete nicht körperlich, schleppte keine Ziegel und lud keine Lastwagen aus. Ich saß im Büro, nahm Anrufe entgegen, schrieb Berichte und füllte Tabellen aus.

Zu Hause war es auch nichts Besonderes. Mittagessen, Wäsche, Putzen, Einkaufen. Millionen Frauen leben genauso.

Und trotzdem hatte ich das Gefühl, dass in mir langsam alles erlosch.

Ich sagte niemandem etwas davon. Ich wusste genau, was ich hören würde: dass ich übertreibe, dass ich faul bin, dass andere es schlimmer haben.

Die Ärzte fanden keinen klaren Grund. Die Blutwerte waren gut, der Blutdruck normal. „Nehmen Sie Vitamine und ruhen Sie sich mehr aus“, sagte die Ärztin.

Leicht gesagt.

Nichts machte mir noch Freude. Früher hatte ich gern gekocht, neue Rezepte gesucht, verschiedene Geschmäcker ausprobiert und in der Küche experimentiert. Später wurde alles Routine: Schnitzel, Nudeln, Suppe, Salat. Tag für Tag dasselbe.

Abends hatte ich früher Bücher gelesen. Jetzt schlief ich ein, sobald mein Kopf das Kissen berührte. Ich träumte nur noch von Arbeit, Telefonen und neuen Pflichten.

Eines Tages rief mich Sweta an

O resto si pe aver rig

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *